von Bürgender
Europa scheint derzeit nur noch aus Deutschland und Griechenland zu bestehen. Aber was ist in den anderen Ländern los, die vor einigen Jahren als „PIGS“-Staaten (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien) in einem Atemzug mit Griechenland genannt wurden?
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Clik here to view.Fundamental hat sich an der wirtschaftlichen und politischen Situation in Europa so gut wie nichts geändert. Also sind natürlich auch die alten Probleme noch da, selbst wenn die Presse versucht diese wegzuignorieren oder nur auf Griechenland zu reduzieren.
So kämpft etwa Italiens Hauptstadt mit Korruption, Schulden, einer schlechten Verwaltung und schäbiger Infrastruktur. Die Stadt befinden sich mitten in einem chronischen Niedergang, glauben Beamte und Einwohner laut einem Artikel des Telegraph.
Die Straßen Roms sind von Schlaglöchern zerfressen, der Hauptstadtflughafen teilweise geschlossen, zudem hat die Stadt eine wachsende Einwanderungskrise zu stemmen. Das ist zwar alles seit Generationen der Fall, doch spitzen sich die vielfältigen Probleme immer weiter zu, so der Zeitungsbericht.
„Rom ist am Rande des Zusammenbruchs“, sagte Giancarlo Cremonesi, Präsident der Handelskammer Roms. „Es ist nicht hinnehmbar, dass sich eine Großstadt, die sich selbst entwickelt nennt, in einem solchen Zustand des Verfalls befindet.“
In einer Umfrage der Europäischen Kommission vor zwei Jahren landete Rom auf dem letzten Platz der insgesamt 28 EU-Hauptstädte in einer Rangliste für die Effizienz der städtischen Dienstleistungen. Trotz leckerem Essen, gutem Kaffee und einem beneidenswerten Klima landete Italiens Hauptstadt auf dem Index der Lebensqualität auf dem vorletzten Platz nach Athen.
Italien steckt in der längsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, die Obdachlosigkeit ist in die Höhe geschnellt, die Jugendarbeitslosigkeit liegt über 40 Prozent.
Kaputte Motorroller und Fahrräder sind auf Gehwegen deponiert, Bordsteine sind mit Gras und Sträuchern überwachsen und überall stapelt sich der Abfall. Entlang des Tibers haben rumänische Zigeuner hinter hohem Zuckerrohr-Dickicht ihre verwahrlosten Camps aufgebaut.
Mangels Mülleimern lassen Einheimische und Besucher gleichermaßen ihren Müll einfach auf den Boden fallen. Das vor einigen Jahren eingeführte Bike-Sharing-System funktioniert auch nicht mehr, immer wieder sieht man die kaputten Fahrräder völlig demoliert herumliegen.
Die Mafia nutzt Unternehmen in Mailand und Rom, um Geld zu waschen. Die Ausbeutung durch kriminelle Banden hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschärft. Auf Landstraßen außerhalb der Stadt tummeln sich junge Prostituierte aus Osteuropa und Westafrika.
„Wir haben eine Kombination aus schlechter Verwaltung, Korruption und Bürokratie. Die U-Bahn verkehrte in den letzten 15 Tagen nicht richtig. Wäre das in London der Fall, müssten Sie mit einem öffentlichen Aufruhr rechnen“, so Massimiliano Tonelli, Gründer des Blogs Roma Fa Schifo, in dem die Probleme der Stadt aufgezeigt werden.
„Rom bräuchte einen Führer wie Rudi Giuliani, ehemaliger Bürgermeister von New York, der die Metropole in den 1990er Jahren durch ein Regime der Null-Toleranz gereinigt hat und dabei auf die „broken windows-Theorie“ setzte, die besagt, dass wenn geringfügige Verstöße toleriert werden, viel mehr schwere Straftaten florieren.“
„Wenn jemand illegal in Parks oder auf die Straße uriniert, müsste derjenige bestraft werden. Wir müssen Egoismus und Individualismus bekämpfen, die Idee, dass jeder nur für sich alleine steht.“
Müll, schlechte Infrastruktur und Graffiti schaden dem Tourismus. Jedes Jahr zieht die Stadt rund 10 Millionen Besucher an, aber die Rate der wiederholten Besuche gehört zu den niedrigsten in Europa.
„Wir brauchen eine komplette Änderung der Mentalität. New York war in den neunziger Jahren sehr ähnlich wie Rom heute – es gab Korruption, es war schmutzig, niemand bezahlte für die U-Bahn und es gab Graffiti. Es kann geschafft werden, es ist nicht unmöglich“, so Tonelli.